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 Betreff des Beitrags: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 20:42 
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Spanien im Januar – 8 Tage an der Costa Blanca

Zugegeben, dieser Beitrag basiert nicht auf einer Erfahrung mit meiner Dicken - wäre aber ehrlich lieber mit der Dicken gefahren! Hoffentlich kommt bald das Wechselkennzeichen!

Der Plan war schon früh im Jahr 2010 geboren, mal die Saison im Januar zu beginnen – und zwar bei deutlichen Plus-Graden und Sonne. Da schien uns „Nach Spanien fahren – Flachköpper machen“ die logische Konsequenz. Mehrfach bereits beruflich angelaufen war uns die Mittelmeerküste Spaniens nicht unvertraut. Also ging es im Juli daran, erste Ideen zu sammeln: Wie kommen wir runter, wo genau wollen wir eigentlich hin. Leider ist einer von uns beiden ein penetranter und notorischer Nicht-Planen-Woller, der stets auf gut Glück mit der Ausrede „Der Weg ist das Ziel“ losfährt. Sei es die Eifel oder der Harz. Ich bin mir sicher, dass uns aufgrund seiner Denkweise einige schöne Strecken und Sehenswürdigkeiten entgangen sind.
Also machte ich mir zunächst Gedanken um das Transportproblem.
a.) Autozug: Ab Düsseldorf nach Narbonne, schien mir logisch und günstig. Doch ab Wilhelmshaven im Januar nach Düsseldorf auf eigener Achse – zu gewagt.
b.) Mit einem Miettransporter runter, 10-11 Tage, insgesamt aber echt ein teurer Spass.
Da meinem Kumpel auch nichts einfiel legten wir die Idee zunächst wieder auf Eis.
Dann, im September kam mir die Rennkommission in die Quere und verschaffte unserem Vorhaben neuen Schwung. Meinen 17 Jahre alter 124er Mercer wollte er nicht mehr bekleben, die geforderten Reparaturmaßnahmen wären zu teuer geworden. Und so ging mir durch den Kopf: Wozu mieten wenn man kaufen kann. Also ging ich zum Mercer-Händler und sagte: „Hombre, greif’ ins Regal und gib mir einen Vito“. Gesagt, getan. Mit einem 115er in „Lang“ fuhr ich nach Hause und besorgte mir Vorderradhalter, Lenkerspanngurte und diverses anderes Befestigungszeugs. Das war im Dezember, eine Woche vor Weihnachten. Wir legten fest, dass es am 08. Januar 2011 losgeht. Tags darauf in der Firma Urlaub eingereicht, genehmigt. Die, nein: meine Planung sah vor, in den Bereich Valencia einzusickern und dort ein Basislager zu errichten. Ferienwohnung wäre nicht schlecht meinte ich. Tja, da mein Kumpel der Unterkunftsbucher werden sollte (ich wollte ehrlich nicht alles machen!) ging das schon mal schief, da er sich erst am 07. Januar darum kümmerte. Dazu später mehr.


Samstag, Abreise aus DEU
Am Abreisetag fuhren wir erstmal Richtung Süden, direkter Weg, A1, A45, A5 bis hinter Freiburg, dann nach Frankreich einmarschieren, Mühlhausen war der Grenzübergang. Den Tipp „möglichst lange in Deutschland fahren“ gab mir mein Spanien-erfahrener Nachbar. Die Routenplaner werfen meist einen Grenzübertritt bei Aachen nach Luxemburg und dann weiter durch F aus. Das (und diverse Maut) sollten wir uns sparen meinte er. Das erste Nadelöhr war dann Lyon, durch die Stadt durch und weiter Richtung Süden. Im Gebirge Jura war es sau-windig, sonst kann ich über Frankreich nicht viel sagen, war ja schon dunkel! Hinter Montpellier, kurz vor der Grenze nach Spanien, wir waren mittlerweile schon 15 Stunden unterwegs, gab’s den ersten Fahrerwechsel. Alles kein Problem. Sprit in F ist teuerer als in Spanien, das als kleiner Hinweis. Also nur das nötigste getankt und in Spanien dann voll machen. Nachts muss man sowohl in F als auch in SP erst seine Karte hinterlegen und dann geben die Mädels den Sprit frei. Wusste ich nicht, so dass ich mehrfach fluchte in dem Glauben, der Sprit wäre alle, die Säule kaputt oder der Laden doch schon dicht. Das Mädel rief mich zu ihr, ich solle ihr meine Karte bringen, dann ginge es erst los. Gesagt getan. Der nächste Schock beim Griff nach der Zapfpistole: Quatscht mich da jemand voll! Auf Spanisch!!! Die kleine in der Zapfsäule sagte mir aber nur, dass ich jetzt „Gasoleo“ tanken würde. Schön, die müssen ja Personalkosten haben ... ;-)
Am 09. Januar sind wir gegen Mittag südlich von Valencia und nördlich von Alicante angekommen. „Benidorm“ war das erste Ziel. Dem einen oder anderen Pauschalurlaubtouristen bestimmt ein Begriff. Ein riesiges Hochhausdorf. Und nur Engländer und Spanier, meist im gesetzten Alter. Logisch, welche Studentin kommt auch auf die Idee, mitten im Januar (Klausurzeit, oder?) nach Spanien zu fahren? Und mit 15 – 19 Grad Celsius war es nicht übermäßig warm, aber Sonne und immer noch besser als DEU mit Schmuddelwetter und kalt. Ach ja, die Hotelübernachtung war ein Tipp von einer Dame bei Casamundo, die uns aufgrund Nicht-Zusagemöglichkeit einer Ferienwohnung vorschlug, eine Nacht im Hotel zu nächtigen und dann am 10. Januar in die Ferienwohnung einzuziehen. Am 09. Januar sollten wir von ihr eine Nachricht bekommen. Fand aber nicht statt. Also am 09. Januar noch mal einen Zug durch die Gemeinde gemacht und die Moppeds blieben im Auto.
Am 10. Januar wurden wir langsam nervös, Sonne und 12 °C morgens um 10:00 Uhr. Da war aber noch das Problem mit der zukünftigen Unterkunft. Wir fuhren auf gut Glück los und landeten in Altea, dort holten wir uns einen Campingführer der uns in Calpe einen 1a Campingplatz auswies. Dort mieteten wir einen Bungalow, holten die Moppeds raus und starteten die erste Tour.

Montag, Tour 1- Saisonstart
Zunächst ist uns schon im Auto aufgefallen, dass die N-332 zwischen Valencia und Alicante sehr schöne Kurven bot. Doch leider sollten wir schnell feststellen, dass dort auch jede Menge Blitzkästen und die Rennleitung unterwegs waren. Haben selbst am Montag-Mittag Polizeikontrollen und Kradmelder erlebt. Die erste Tour des Jahres ging Richtung Valencia dann hinter Sueca wieder zurück nach Benidorm und noch ein bisschen weiter runter nach Villajoyossa. Und zurück auf den Campingplatz. Bei ALDI noch schnell ein wenig Karlsquell besorgt und dann zufrieden und selig auf dem Sofa mit Bier und deutschem Sat-TV eingeschlafen. Mein Kumpel führte noch das eine oder andere Gespräch mit den zumeist deutschen (oder zumindest deutschsprachigen) Nachbarn und einem Engländer der Royal Navy.

Dienstag, Tour 2 – Rennstrecke Teil 1
Mein Kumpel wollte unbedingt mal auf den Circuit bei Valencia. Natürlich haben wir, nein: hat er sich nicht informiert, ob das geht und ob Gästefahrten möglich sind. Auf gut Glück wieder los. Diesmal sind wir ein Teilstück abseits der N-332 gefahren, über die CV-50 ab Gandia. Auch geil, weniger Verkehr, aber immer noch gute Verhältnisse. Durch Städte wie Alzira oder Algemesi, immer Richtung Atalaya. Schönes fahren, angenehme Temperaturen, Kurven und was sonst so zu einen netten Tour dazu gehört. Fuhren wir durch Dörfer mit einer Obst-Genossenschaft, dann stieg einem der Duft frisch geernteter Zitrusfrüchte in die Nase. So wie im Alten Land oder in der Wetterau die Obstbäume Äpfel oder Krischen tragen sind das da unten eben die Orangen und Zitronen. Wenngleich die Orangen intensiver riechen. Man musste nur auf die (zugegeben: sehr selten) dreckigen Plantagenausfahrten und die langsamen Traktoren achten, aber das ist in DEU während der Ernte ja auch nicht anderes. Angekommen: Wie sollte es anders sein, nix mit Gästefahrten, nix mit frei zugänglich. Der Weg ist das Ziel! Wieder zurück und selig mit Bierchen aufs Sofa. Calpe an sich ist ebenfalls mit Hochhäusern übersät, doch wie in Benidorm wenig los im Winter. Nette Pubs und sehr anglophil.


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Mittwoch, Tour 3 – Rennstrecke Teil 2
Sind diesmal entlang der Küste (CV-502) nach Valencia hin, mit dem Ziel, kurz in die Stadt zu fahren, eine Ansichtskarte zu schreiben und nach einem Café con leche wieder zum Ricardo Tormo hinzufahren. Einem Wachmann konnte ich am Vortag entlocken, dass heute freies Fahren möglich sei. Da sich Valencia a.h.S. als extrem ungeeignet für fremde Motorradfahrer präsentierte (noch nie habe ich eine derartiges Verkehrschaos erleben müssen) und wir unsere V2 Maschinen nicht unnötig dem Kuppelstress aussetzen wollten sind wir relativ fix weiter zum Circuit. Dort sagte man uns, nix iss mit Fahren. Schnauze voll, ab auf die Piste und wieder Richtung Calpe. Dort wollten wir uns dann mal in einem der zahlreichen Pubs ein Steak o.ä. gönnen. Auf dem Rückweg haben wir dann die CV-755 und die CV-70 genutzt, auch über die CV-580 und die CV-559. Auch wieder schöne Strecken, Oliven-Haine, Obstplantagen, Weinberge, Kirschbäume. Alles fein. Nur sind wir kurz auf eine Autopista gestolpert, leider dann auch ausgerechnet auf ein Teilstück mit Brücken und jede Menge Wind. Sind aber gut zurückgekommen und haben dann abends am Tisch unser „Hausstreckenterrain“ aufgespannt: Der Bereich zwischen Alcoy im Westen, Cullera im Norden und Villajoyossa im Süden sowie das Mittelmeer im Osten bildete ab dann unser Jagdgebiet.

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Donnerstag, Tour 4 – Höhenrausch
Heute sollte es hoch hinaus gehen: CV-755 und CV 770 zwischen Altea und Alcoy. Das Wetter spielte immer noch mit, Sonne und warm, so wie es sich im Januar auch mal in Deutschland gehören sollte.. ;-) An der Küste entlang war alles fein, die Sonne wärmte den Rücken und der Grip der Strecke war (noch) gut. Als es dann aber den Berg hochging, die Sonne von den Gipfeln verdeckt wurde, erschien es recht schnell kalt. Die Strecke trocknete vom Morgentau bedeckt nicht mehr so schnell ab, so dass es relativ glitschig wurde. „Die Strassen in Spanien sind für eine 1000er V2 nicht wirklich geeignet“ ging es mir durch den Kopf, und schwupps, mal nicht aufgepasst schon flog mein Hinterrad beim beschleunigen weg. Gerade noch gefangen dachte ich bei mir: Aha, deshalb fahren die Spanier in jeder Rennserie vorneweg, deren Übungsstrecke ist nicht die Kartbahn sondern die öffentliche Strasse. Jede Menge Rutscher. Trotz Pilot Power! Heute war jedenfalls der erste Tausender angesetzt. Port de Tudons, 1024 m. Eigentlich zeigte uns die (wertvolle weil funktionierende) Michelin Regionalkarte 577 im Maßstab 1:400 000 eine Aussichtsplattform in 1557 m an, doch das war militärisches Sperrgebiet. Doch auch 1024 m haben schon gereicht.

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Freitag, Tour 5 – Null Kilometer
Heute war zunächst eine Tour Richtung Süden angesetzt, es sollte Cartagena werden. Doch als wir um 08:00 Uhr die Fensterläden öffneten war es stark bewölkt und nicht gerade einladend. Also beschlossen wir, uns heute eine Pause zu gönnen. Karlsquell raus und schön Assi-TV auf Sat 1 und RTL 2 gucken. Leider hatten wir keine Ahnung, wie das Wetter in Spanien zu deuten ist. Als wir dann gegen 12:00 Uhr das x-te Bier öffneten und nach oben schauten, verflogen die Wolken und die Sonne brannte auf uns herab. Da blieb nichts mehr als weiter trinken und in die Sonne legen. Was haben wir gelernt: Kein Wind und Hochnebel - das kann sich ab Mittag wieder ändern. Es sollte die nächsten Tage jeden Morgen so sein.

Samstag, Tour 6 – Alicante
Mit der Katze im Kopf ging es am Samstag dann Richtung Süden, Alicante war das Ziel. Sind von Altea über die Nebenstrecken (u.a. CV-775) bis El Campello gefahren, haben dort kurz was gegessen und getrunken, sind an der Mittelmeerküste entlang wieder zurück nach Calpe. Nichts besonderes, aber der Schädel erlaubte definitiv keine anspruchsvollen Touren.

Sonntag, Tour 7 – Standard
Heute wollten wir die in der Michelin Karte markierten Touristenrouten befahren, Pego war zunächst das Ziel. CV-700, CV-715 und CV-712 waren die Strecken unserer Wahl. Herrlich riechende Orangenplantagen, Olivenbaum-Hänge, Kirschbäume, Weinberge säumten den Weg. Und immer wieder (insbesondere in der Nähe der Küste und der Autobahnen) Hänge mit weißen Häusern gleicher Bauart: Wir nannten diese Siedlungen dann Schlumpfhausen 1, Schlumpfhausen 2, etc. Wir vermuteten, dass es sich hier regelmäßig um den Alterssitz nordeuropäischer Rentner handeln würde. Aber viel schöner und netter war es im Hinterland, das wir mit den Moppeds durchzogen. Bars, in denen man für 2,80 Euro 2 Tassen Café con leche bekam, der Sprit nur 1,22 Euro kostete und sich der Dorfhund bequem auf die Strasse legen konnte, weil nur zwei Norddeutsche Moppedfahrer die Ruhe stören konnten. Hier ließ es sich aushalten. Zugegeben, die heutige Route führte ein wenig zu sehr in die Berge, ich mag Kurven echt gerne. Aber: Wieder mal feuchte Strecke, drei bis fünf mal Rutschen täglich war jetzt schon normal. Keine Lust mehr. Und ausgerechnet heute wieder eine Mörderstrecke. Wie es sich für Südeuropa gehört: Keine Leitplanken, nur fette Steinblöcke 60x60x40 in schneeweiß entlang der Straßenkante. Hinter der Kante ging es dann auch schon mal mit 100 bis 200 m relativ steil bergab. Hoch ging es zügig, doch da ich Höhenangst habe fiel mir das runterfahren echt nicht leicht. Da verkrampfte ich doch relativ schnell und das Fahren wurde zur Qual. Dennoch entschädigte uns ab und an das Straßenbauamt: Je näher man der Küste kam (mehr Touristen!), desto besser waren die Strassen ausgebaut und die Klippen und Hänge wurden nicht mehr allzu steil. Und wenn man eben noch in eine steile Felswand oder in die bisweilen kantigen, bisweilen sanft gewellten Hügel dieser Gegend blickte, so konnte man nach der nächsten Kurve schon wieder das Mittelmeer sehen. Grandios, wenn man eben noch auf 750 m friert und die Strasse einem nicht gerade ein sicheres Gefühl vermittelt, so wird man 30 km später von der Sonne gewärmt und dem endlos scheinenden Meer geblendet.

Montag, Tour 8 – Murmeltiertag
Heute wie gestern, fast sogar dieselben Strecken. Hinter Vall d’Ebo quälten mich wieder die bösen Serpentinen mit den steilen Abhängen. Harte Arbeit! Einmal mehr schimpfte ich mit mir selbst, dass ich das falsche Mopped mitgenommen hatte.

Dienstag, Tour 9 – Murmeltiertag 2
Wollten heute noch eine Strecke nehmen, die wir noch nicht bereist hatten die uns aber interessierte. Wieder eine in meiner Michelin-Karte markierte Strecke zwischen Callosa d’en Sarià und Pego mit dem Aussichtspunkt bei Coll de Rates. Die CV-715 sollte es heute sein, nur ein kurzes Stück zum Abschluss des Saisonanfangs. Leider entpuppte sich Callosa als unser Untergang: Wir fanden die Abfahrt auf die CV-715 nicht. Das tolle Handy-Navigationssystem meines Kumpels war uns eine ganz ganz große Hilfe! Ich glaube, wenn wir das Teil bei schotterigem Untergrund unter die Seitenständer unserer Maschinen gelegt hätten wäre dem Teil erstmals eine sinnvolle Verwendung zugekommen. Jedenfalls hatten wir nach 1 Stunde zwar Callosa komplett bereist und kannten nahezu jeden Winkel der Stadt, doch der Weg nach Pego entlang der CV-715 war uns verborgen geblieben. Sind dann weiter auf der CV-755 Richtung Beniloba -das war mittlerweile unsere Hausstrecke-, um dann über die CV-710 und über Quatretondeta auf die CV-720 und die CV-752 doch noch auf die CV-715 Richtung Pego zu kommen. Da wir erst Mittags los sind, war es nun aber schon fortgeschritten spät und mein Kumpel mag nicht im dunkeln fahren weil ihm das dann zu kalt wird. So sind wir dann in Parcent Richtung Pedreguer abgebogen. Das war zum Abschluss der Tour ein weiteres tolles Highlight: Lang gezogene Kurven, übersichtlich und erstaunlich griffig. Die Sonne im Rücken (nicht verdeckt von den Bergen, da die Strecke durch ein süd-westwärts gerichtetes Tal verläuft) stießen wir dann wieder auf „unsere“ N-332 und genossen ein letztes Mal die Kurven dieser wirklich bereisenswerten Ecke Spaniens.

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Mittwoch, Heimreise
So spektakulär wir an unserem ersten Spanientag empfangen wurden, so wurden wir auch wieder verabschiedet: Sonne um 09:00 Uhr, warm. Blick aufs Mittelmeer. Nur diesmal wehmütig und in der Gewissheit, in 18 Stunden im nasskalten DEU zu sein. Also machten wir den Tank voll mit Gasoleo, die Ladefläche wurde noch mit ca. 200 Dosen Karlsquell bestückt und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Wir konnten auch einige Blicke auf F erhaschen, doch schon kurz hinter Montpellier, kurz vor Orange wurde es wieder düster und stürmisch. So blieb uns dann F auch auf unserer Rücktour als „Dunkler Ort“ in Erinnerung. DEU empfing uns mit Schneeregen und glatter A5 und A 45, aber mit dem wohligen Gefühl, 1500 km gefahren und damit unseren Mopped-Kollegen dieses Jahr um einiges voraus zu sein fuhren wir selig nach Norddeutschland zurück. Insgesamt waren es 4600 km mit dem Vito über die Autobahnen, knapp 220 Euro Maut und 480,- Euro Sprit. Die einfache Strecke mit kleinen Pausen dauerte 24 Stunden. Soviel zur Statistik.

Sollte ich dieses Jahr über Weihnachten noch mal nach Spanien touren, werde ich auf jeden Fall ein anderes Mopped nehmen. Die brachiale Gewalt der 1000er V2 ist m.E. nichts für Spanien. Auch ein Luxemburger mit einer R 1200 GS bestätigte uns die schlechte Strassenbelags-Qualität und vermeldete, dass er in den Bergen komplett weggerutscht sei. Also werde ich dann wohl oder übel auf den geilen Sound verzichten und meine alte TDM, die ich zerlegen muss um sie in den Vito zu bekommen (OK, das ist übertrieben: Die Spiegel müssen halt abgeschraubt werden...) einpacken, die aber bestimmt bequemer und leichter zu händeln ist in den Bergen da unten. Werde mir dann auch eine Entscheidung hinsichtlich eines Navigationsgerätes abgerungen haben, denn ich vermute, dass uns wegen „Der Weg ist das Ziel“ einige Touren und Sehenswürdigkeiten entgangen sind. Na ja, diesmal war wenigsten seine Karre präpariert und für die Tour vorbereitet, bei unseren vorangegangenen Touren mussten wir immer (!) einen Boxenstopp einlegen für einen Reifenwechsel!

Schlussendlich kann ich nur jedem empfehlen, mal runter zu fahren. Die Ecke südlich Valencia ist abwechslungsreich und absolut sehenswert. Lediglich der Grip der spanischen Strassen ist wenig vertrauenerweckend, und die Angst vor der Rennleitung fährt immer mit. Die die auf Moppeds unterwegs sind fahren natürlich noch schneller und besser als die Kollegen hier in DEU. Doch wie erwähnt sind die Kontrollen eher auf die Nationalstrassen und die Orte um die Touristenhochburgen konzentriert, da hier eben auch der meiste Verkehr ist. Auf den Nebenstrecken waren mehr Radfahrer (Profiteams wie ASTANA und RABOBANK hatten zufällig dort ihr Trainingslager) unterwegs als PKW oder Traktoren. Blitzkästen gibt es auch nur an den N-, AP- und AV-Strecken. Wer also gerne im Januar mit dem Mopped zu einer kleinen Dorf-Bar mitten im Nirgendwo fahren und dort bei 15-20 °C und Sonne, mit Blick auf Berge und/oder Meer einen Café con leche trinken will, der findet westlich der Costa Blanca ausreichend Gelegenheit!

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PS: Die Datumangaben auf den Fotos bitte ich zu ignorieren!

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Niemand hätte je den Ozean überquert, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte,
bei Sturm das Schiff zu verlassen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 21:12 
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hallöchen,

na dass nenn ich mal ne reisebeschreibung, machst dir ja richtig arbeit, um uns deinen erlebnisreichen urlaub näher zu bringen. :thumbright:

hierfür vielen dank. =D> =D> =D>

würde sowas in der art auch gerne mal in angriff nehmen, sind bis dato leider nur gedanken geblieben.

mein traum in kurz: atlantikküste runter bis portugal und dann die mittelmeerküste wieder hoch bis italien.

naja, mal sehen wann alle wider über bord gegangen sind und ich meiner träumerei taten folgen lasse!

söderle, dann wünsche ich dir und deinen lieben alles gute und ne schöne zeit!

ausm aachener umland

tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 22:25 
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Super Tour, super Bericht. =D> :thumbright:

Gruß Carlos :-)

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Grüße aus dem schönen und kurvenreichen Ederbergland
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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 22:50 
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Schöner Reisebericht :thumbright:

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Die Hölle ist mein natürlicher Lebensraum.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 00:54 
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hi, meine frau und meine wenigkeit machen jetzt schon das sechste jahr in folge an der costa blanca urlaub. ein echt hammer geiles fleckchen erde. wir quartieren uns immer in la marina ein, das ist zwischen santa pola und torrevieja.
für nächstes jahr haben wir ne motorradtour geplant, september oktober, da es im sommer doch recht heiß ist. Wir werde aber bis narbonne mit dem autozug fahren und dann die küste runter bis gibraltar :mrgreen: 3 wochen sind geplant :mrgreen:

übrigens sehr guter bericht =D> , hat richtig spaß gemacht zu lesen, da wir auch gerade in der planung sind :!: :thumbright:

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Gruß von der Sickinger Höhe
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Stefan


http://www.babbasinatti.jimdo.com
Nimm das Leben nicht so ernst, denn du verlierst es sowieso!


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 17:33 
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Hallo Mohinho,

schöner Bericht, das Lesen hat Spaß gemacht - zudem ich die Ecken ganz gut kenne, mein alter Herr hatte gut 30 Jahre eine Wohnung
in Piles Playa - das ist bei Gandia.
Ich möchte noch mal auf kindlichen/jugendlichen Pfaden wandeln und die alte "Bundesstrasse" über die Pyrenäen fahren - in meiner Erinnerung war das
früher ziemlich abenteuerlich, mussten wir bestimmt 10x fahren bis die Autobahn endlich durchgängig fertig war.
Für die Freunde eines "etwas anderen Spaniens" hätte ich auch noch einen Tip:
Quer durch Spanien nach Portugal - wunderschönes Erlebnisreisen, an den Bildern zehren wir heute noch.
A7 bis Girona, E15 nach Sabadell, rüber nach Terassa, A2 bis Lleida, dann E90 über Zaragoza nach Madrid, weiter auf der E90 über Talavera de la Rheina nach Navalmoral de la Mata runter nach Trujillo, dann weiter über Merida nach Badajoz bis Evora.
Naja . . .

Gruß
Robert

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Ein Kreis ist ein rundes Quadrat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 17:35 
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highgate hat geschrieben:
da warst du ja in meiner 2. heimat. genau dort ( in oliva ) bin ich schon seit vielen jahren über die wintermonate . . . .


Hallo Hans-Jürgen,

das ist ja gleich nebenan . . . :hello2:

Gruß
Robert

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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 18:48 
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Hauszeltcamper
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hallo!

schöner bericht und eine schöne reise!:) ich weiss wovon ich spreche!!!!! war vom 7.feb bis 15.feb auch mit einem kumpel auf spanienreise!:)

nur sind wir von salzburg bis verona mit einem renault master gefahren, bis genua auf eigener achse und von genua nach barcelona mit der fähre! so haben wir uns ca 1100km anreise gespart! die fähre fährt die ganze nacht und am nächsten tag morgens ist man am ziel!

leider war auch ich der reiseplaner und mein kumpel hing nur an meinem nummernschild! ( für mich war aber, so wie bei deinem freund, der weg das ziel!:)) dazu muß ich aber sagen, daß wir von barcelona bis arco de la frontera gefahren sind mit einer normalen strassenkarte und einem navigon navi! wenn man schöne strecken angibt, autobahn und mautstrassen verbietet, kommt ein schöner mix aus kleinen landstrassen und einsamen bundesstrassen heraus! (autobahn sind wir nur die letzten 60 km nach barcelona gefahren, sonst alles bundesstrassen)

unter´m strich hatten wir in 6 tagen ca. 3300km auf der uhr!

stimmt! manche stassen haben einen belag der nicht vertrauenserweckend ist aber die meisten berg und passstrassen hatten einen neuen und seeeeehr griffigen belag!

spanien im winter? kann ich jedem empfehlen! ( so lange bist mein strafzettel kommt:))

gruss

mac

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eini ins woarme moped!


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 19:52 
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super bericht
aber sag mal hast kein schlechtes gewissen uns so vorzusetzen , wenn sowiso alle auf kohlen sitzen
bis es wärmer wird :mrgreen:
gruß gerhard

_________________
der mit dem leichten dialekt
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http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... i_MKxNEVxw
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... IymaPl0aKw


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: Sa 2. Apr 2011, 23:06 
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Hauszeltcamper
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Beiträge: 51
Motorrad: rp02
Geschlecht: Männlich
moin moin!

nun hat mein kumpel ein video ins netz gestellt!:)

http://www.gaskrank.tv/tv/touring-stras ... -15243.htm

viel spass beim schauen!

gruß

mac

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eini ins woarme moped!


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: So 3. Apr 2011, 08:38 
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Klasse geschrieben !!! =D> =D> =D>

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Herzlichen Gruß, Peter


Unsere Phantasie tröstet uns über das hinweg, was wir nicht sein können.
und unser Humor über das, was wir tatsächlich sind.

F.W. Heine


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 Betreff des Beitrags: Re: Spanien im Januar
BeitragVerfasst: So 3. Apr 2011, 09:21 
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Motorrad: ne schwarze
ja wirklich schön erzählt, bekommt man gleich lust los zu fahre :-) n

_________________
LG,
Robby

Wähle was du tust, dann tust du immer, was du gewählt hast.


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